Unimut vs. 68 – ein Vergleich?

Für alle, die nicht nur im Supermarkt gerne vergleichen findet sich auf den Seiten des AStA FU Berlin unter dem lustigen Titel „Von der Weltrevolution zur BAföG-Reform“ ein netter Artikel zu verschiedenen Studiprotesten in der BRD, unter anderem auch zum Unimut von 1988/1989.

Einige Zeitlose Sätze zum Thema Studierendenprotest seien hier zitiert:

… ´68, ´88, ´97. Diese Jahreszahlen stehen für besonders intensive und gleichzeitig für ihre Zeit charakteristische Studierendenproteste.

Jedes Mal entlud sich der Unmut einer neuen Generation von Studierenden, nur ganz hartgesottene Dauerstudierende haben mehr als eine der beschriebenen Bewegungen miterlebt. Dies ist auch der Anlaß der Untersuchung: wegen der kurzen und immer kürzeren Verweildauer an den Universitäten ist es für viele StudentInnen unmöglich, Hochschulpolitik aus einer langfristigen Perspektive zu erfassen.

Immer wieder neue Jahrgänge strömen hoffnungsvoll und wißbegierig an die Universitäten. Dort werden sie schnell mit verkrusteten Strukturen, hoffnungsloser Überfüllung und jeder menge Ignoranz konfrontiert. Manche wechseln das Fach oder brechen das Studium ab, die Hartnäckigeren versuchen in den Gremien die Situation zu verbessern. Irgendwann platzt aber auch diesen der Kragen, zusammen mit der gefrusteten Masse gelingt es Demonstrationen, eine Besetzung, einen Streik zu organisieren, das ganze kommt in die Zeitung, und plötzlich scheint es, als könnte sich etwas verändern.

Doch die Euphorie ist schnell vorbei, die Zeitung findet andere Themen, spätestens in den Semesterferien bröckelt die Bewegung und findet ihr Ende. Angesichts des enormen Engagements wächst nun bei den Aktiven der Frust ins Grenzenlose, und die Hochschulpolitik wird endgültig zugunsten anderer Aktivitäten verworfen.

Nach vier bis sechs Semestern ist die Erinnerung verflogen, neue Studierende, neue Hoffnungen – und das Spiel geht von vorne los. Ab und zu findet sich auf der Vollversammlung noch der eine oder andere Veteran, stößt einige Kassandrarufe gegen die jungen Rebellen aus, niemand hört auf ihn und die Dinge nehmen ihren gewohnten Lauf.

Zu pessimistisch für euren Geschmack? Es kommt noch mehr …. Den ganzen Artikel könnt ihr unter folgendem Link nachlesen:

http://www.astafu.de/inhalte/publikationen/hopo/umbruch/aufbrueche

unimutbär