Gute Zeiten, Wilde Zeiten – Interview mit Miguel, FU-AStA-Vorsitzender 1988/1989

Sogar die altehrwürdige FAZ, sonst Streiks und sozialen Bewegungen kaum zugeneigt, interessiert sich für den Unimut-Streik 1988/1989. Und da man in der FAZ noch an Autoritäten glaubt, gibt es ein Interview mit dem damaligen AStA FU-Vorsitzenden Miguel. Der jedoch sieht die Rolle des AStA eher am Rande, die Studierenden hätten das meiste schon selbst organisiert:

„Es gab damals unzählige periphere Bewegungen an der Uni. Die waren das auch, die die Proteste voranbrachten. Wir haben als Asta ehrlich gesagt nicht viel beitragen können. Während der Streikzeiten war das Engagement der Studenten unglaublich hoch. Doch außerhalb der Protestphasen war das Interesse unter den Studenten am Asta nicht groß, die Wahlbeteiligung gering.“ Die unterschiedlichsten Bewegungen und Interessen kamen in dieser Zeit zusammen. Autonome Seminare entstanden in dieser Zeit. „Die hatten einen riesigen Zulauf.“ Uni-Seminare, organisiert von Studenten. „Wir konnten damals allgemein noch sehr politisch an unsere Arbeit herangehen. Es war nicht so wie heute, dass uns ein Maulkorb verpasst wurde. Wir haben vom Asta-Geld ein Studentenwohnheim in Nicaragua gebaut. Wir gehörten zu den Ersten, die gegen die damals aufkommende rechte Partei, die Republikaner, eine Gegenveranstaltung organisierten.“ Heute sind die Leute aus dem Asta ebenfalls gesellschaftspolitisch sehr aktiv. Nur dürfen sie das nicht innerhalb ihrer Arbeit beim Asta sein. Sie sind formal häufig außerhalb der Universität in Protestgruppen angeschlossen.

Auch die Heutigen AStA-Aktiven an der FU werden interviewt, beim Thema Streik und Proteste sind sich alte und neue Aktivisten einig – Sie würden es wieder tun:

Die beiden Asta-Vertreter meinen, die Proteste – auch an der Uni – würden sich derzeit wieder radikalisieren, „die friedlichen, netten Proteste“ aus den neunziger Jahren seien nun vorbei. Kitzmann ist seit sieben Jahren beim Asta aktiv. Als er mit dem Studium anfing, hat er sich aufgeregt, „über diese Juso-Gruppen im Asta, die so gleichgültig waren“. Der ehemalige Asta-Vorstand Miguel Montero sagt, die Zeit hier hätte Spaß gemacht, „die hat uns geprägt. Wir haben erfahren, dass Änderungen durch Engagement in unserem Rahmen möglich waren.“

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