Archiv für Dezember 2008

Die Musik steht!

Mittlerweile steht das Programm für die Unimut-Revival Fete am 18. Dezember 08. Obwohl das Motto einen leicht nostalgischen Touch hat und uns seitens der Taz schon das Kompliment „Wo die sind, ist hinten“ eingebracht hat, haben wir uns nicht beirren lassen und für euch zwei echte musikalische Avantgarde-Acts an den Start geholt.

Zum einen spielt in der Kategorie „Prosecco-Tunten Schlagerpunk“ die Erfolgsformation „Dirrrty Sanchez“ aus Berlin. Nach einem Legendären Gig in Mühlheim und einem Erfolgskonzert unter einer Brücke im Ruhrpott sind sie nun endlich auch auf einer Berliner Bühne live zu sehen und haben für uns sogar neue Songs eingeübt! Wer mehr über diese Combo wissen will, sei verwiesen auf die mittlerweile obligatorische MySpace-Seite der Band, auf der auch einige Songs zum Probehören bereitstehen.

sanchez

Einen weiteren Gig haben wir direkt aus Mexico für euch importiert. „MonoMono“ aus dem Sonnigen Baja California scheut nicht den Weg ins winterlich grautrüb-nieselnasse Berlin, um für euch eine feurige Bühnenshow der besonderen Art hinzulegen. Um eure Neugier zu befriedigen oder eher noch weiter anzustacheln auch hier wieder der Hinweis auf die persönliche Schublade im Internet, wo Videos, Songs und Bildschnipsel bereitstehen.

Nach den beiden Acts (wir verraten nicht, wer zuerst auftritt) gibt es eine Lange DJ-Nacht mit DJ’s und DJanes aus sechs Dimensionen, tanzbare Musik mit Etiketten von Rock bis Elektro.

Also, wir sehen uns am 18.12. um 20 Uhr im Lokal!

Vom Protest zum Infostand – die „Konkret“ zum Unimut 1989

Aus unserer Rubrik „Erlebnisberichte“ zitieren wir diesmal einen Text von Miriam Lang, der im Original in der Zeitschrift „Konkret“ vom Februar 1989 erschien. Insbesondere die Situation in Westberlin wird hier beleuchtet:

Vom Protest zum Infostand

Der Stern auf dem Wipfel des Weihnachtsbaums ist original Daimler-Benz. Anstelle von Kerzen stecken kunstgerecht gedrehte Joints zwischen den Tannennadeln. Luftballons und eine Plastikfolie geben dem Weihnachtsbaum die glitzernde, farbenfrohe Note. Bei Kerzenschein und Tofu-Gulasch aus Plastiktellern feiern etwa dreißig StudentInnen Weihnachten am Lateinamerika-Institut der Freien Universität in Westberlin (FU). Die Sekretärinnen, die ihnen den Baum fürs Fest gestiftet haben, können seit nunmehr vier Wochen ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen: Das Lateinamerika-Institut ist besetzt. Und seit Streikbeginn Anfang Dezember sind die Uniräume so gut und ausdauernd besucht, wie sonst nie. Wie in längst vergangen gewähnten Zeiten wird dort gemeinsam gekocht, geschlafen, gegessen und diskutiert. Großmarktausweise werden für Masseneinkäufe kollektiviert, und in der U-Bahn tauschen Freunde neue Telefonnummern: zu erreichen in der Universität. Nach Hause fahren viele nur noch, um den Briefkasten zu leeren oder wenn das Bedürfnis zu duschen, dringend wird. (mehr…)