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Streik – Bericht von Daniel Schreiber (München)

Dieser Originalbericht aus dem Jahr 1989 wurde entnommen aus der Zeitschrift „Widerspruch“ Nr. 16/17 (1989), S.176-182, als PDF zu finden unter: www.widerspruch.com/artikel/1617-12-01.pdf

Die allgemeine Notlage der StudentInnen – die katastrophale Situation des
Wohnungsmarktes, die Überfüllung der Universität und der Mangel an
DozentInnen, Büchern und Räumen ließ die Welle des bundesweiten Stu-
dentInnenprotestes mit einiger Verspätung sogar bis nach München kom-
men. Obwohl die materielle Notlage der StudentInnen in München beson-
ders groß ist, und es zudem in Bayern ebenso wie in Baden-Württemberg
nicht einmal mehr eine verfaßte StudentInnenschaft mehr gibt, ist die stu-
dentische Opposition in München schwächer als in den meisten anderen
Universitätsstädten der Republik.
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Unimut vs. 68 – ein Vergleich?

Für alle, die nicht nur im Supermarkt gerne vergleichen findet sich auf den Seiten des AStA FU Berlin unter dem lustigen Titel „Von der Weltrevolution zur BAföG-Reform“ ein netter Artikel zu verschiedenen Studiprotesten in der BRD, unter anderem auch zum Unimut von 1988/1989.

Einige Zeitlose Sätze zum Thema Studierendenprotest seien hier zitiert:

… ´68, ´88, ´97. Diese Jahreszahlen stehen für besonders intensive und gleichzeitig für ihre Zeit charakteristische Studierendenproteste.

Jedes Mal entlud sich der Unmut einer neuen Generation von Studierenden, nur ganz hartgesottene Dauerstudierende haben mehr als eine der beschriebenen Bewegungen miterlebt. Dies ist auch der Anlaß der Untersuchung: wegen der kurzen und immer kürzeren Verweildauer an den Universitäten ist es für viele StudentInnen unmöglich, Hochschulpolitik aus einer langfristigen Perspektive zu erfassen.

Immer wieder neue Jahrgänge strömen hoffnungsvoll und wißbegierig an die Universitäten. Dort werden sie schnell mit verkrusteten Strukturen, hoffnungsloser Überfüllung und jeder menge Ignoranz konfrontiert. Manche wechseln das Fach oder brechen das Studium ab, die Hartnäckigeren versuchen in den Gremien die Situation zu verbessern. Irgendwann platzt aber auch diesen der Kragen, zusammen mit der gefrusteten Masse gelingt es Demonstrationen, eine Besetzung, einen Streik zu organisieren, das ganze kommt in die Zeitung, und plötzlich scheint es, als könnte sich etwas verändern.
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Fotos vom Unimut 1988 in Frankfurt

Einige Fotos vom Unimut 1988 in Frankfurt finden sich in einem Indymedia-Artikel von 2006, eins davon hat uns besonders gefallen, mittlerweile ist es der muff von 40 Jahren:

muff 1988

Wer weitere Fotos hat, kann sie uns gerne schicken, vielleicht kriegen wir es hin, einige davon hier zu veröffentlichen:

unimut20[ätt]gmx.net

Vom selbstbestimmten Lernen in den 80er Jahren

Nachstehender Erlebnisbericht von Arthur Kritzler ist entnommen aus der Broschüre „FU60: Gegendarstellungen“ des AStA FU Berlin. Die komplette Broschüre ist unter www.astafu.de online abrufbar.

Arthur Kritzler:
-Studenbeginn 1983 in in einer mittelhessischen Kleinstadt
-1985 Wechsel an die FU Berlin
-Seit 1997 als Anwalt tätig

Schule
Abi 1983, eine Kleinstadt in NRW im Speckgürtel einer selbsternannten Weltstadt, Reihenhaussiedlung der 60er Jahre, ursprünglich Sozialprojekt der katholischen Kirche für kinderreiche Familien, einziger Gymnasiast in der Siedlung.
Wir Gymnasiasten sind die ideellen Gesamtgrünen, basisdemokratisch, gewaltfrei und ökologisch, alles mehr oder weniger und obwohl es diese Partei in der Kleinstadt noch gar nicht gibt. Wir latschen mit beim Ostermarsch Rheinland und träumen von Westberlin, dessen wildes Leben wir nur aus der Hetze der Rheinischen Post kennen. Unsere erste selbstorganisierte Demo richtet sich aus einem kleinstädtischen Anlass gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus; wir gehen in der ersten grossen Pause los und ¾ der Oberstufenschüler kommen mit.
Noch bevor wir zum ersten Mal wählen dürfen, hat sich die sogenannte Witzfigur „Birne“ an die Macht geschummelt und ist Dauerkanzler für die nächsten Jahrzehnte geworden. Von der „geistig-moralischen Wende“ reden nur die Streber von der Jungen Union und fiese Gestalten im Fernsehen, Jugendhasser, analfixierte deutsche Zwangscharaktere. Leserbriefe: das dreckige Gesindel, das samstagmittags zwischen Tschibo und Stadtsparkasse abhängt, den Schandfleck der Stadt, ausradieren. Das sind wir. Wir sind der Meinung, dass die Ökonomie schrumpfen müsse, der Reichtum global und lokal zu teilen ist und träumen vom einfachen, zwangfreien Leben. (mehr…)

20 Jahre Unimut – Party am 18.12.2008


hallo

aus
gegebenem anlass findet am
18.12.2008

(do) ab dem relativ frühen abend im

lokal

(rosenthaler ecke linien, U8 rosenthaler) eine
party
statt:

20 jahre
unimut
und andere streiks und denkbewegungen (1).
klassen treffen. zur
vergnüglichen selbstreflexion,
mit
reflexionsmitteln
, die wir noch suchen aber bis
dahin tendenziell gefunden haben werden.

DU
bist erstens herzlich eingeladen. zweitens gebeten, allen anderen
bescheid zu sagen, die du noch kennen könntest (schneeballsystem).
Wenn DU
engagiert kommst (2),
könnten wir drittens als generation doch noch wirkungsmächtig
werden.

liebe
gruesse,

dein
komitee für b*freite universitäten

  1. zb,
    zur auffrischung, durchaus bereichs-, aber nicht scheinrelevant:
    http://www.astafu.de/publikationen/sonstiges/fu60/fu60.pdf
    (besser lesbar bei bestellung im buchhandel)

  2. geringer
    eintritt: überschüsse für antirassitische initiativen

60 Jahre FU – Gegendarstellungen

fu 60 - astamagazin - titelbild

Am 4. Dezember 1948 wurde die Freie Universität Berlin gegründet. Die Gründung erfolgte durch die Studierenden selber, aus Protest gegen die zunehmende Stalinisierung der Lehrinhalte an der damaligen Universität unter den Linden (heute Humboldt-Universität). Die FU begann also als Gegen-Uni, Ergebnis eines Studierendenprotestes. Proteste und Kämpfe bestimmten auch ihre weitere Geschichte, von den 68ern über die großen Streiks der siebziger und achtziger Jahre bis hin zu den aktuellen Kämpfen um Studiengebühren und Bachelor-Reform.

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